Begrüßung Elisabeths in Altenvers

ab Di., 3.April 2007
  ganzjährig

(Schlüssel im Nachbarhaus)

Am 15. März 2007 hat Elisabeth zum ersten mal ihre Schule in Marburg verlassen, um in Altenvers zur Kirche zu gehen wie schon in alten Zeiten vor etwa 777 Jahren. Schon damals verweilte sie gern in dieser einzigen in Deutschland noch heute erhaltenen alten Steinkirche mit ihrer Hufeisenapsis und dem baumbestandenen Kirchhofgarten zu Gebet und Meditation, wenn sie, Spindel und Buch zur Hand, ihren Pfad nach Altenberg ging, ihre jüngste Tochter Gertrud zu besuchen. Auf diesen Gängen spann "inse Lisbettche" Altenberger Wolle, bezahlte mit dem Erlös daraus den Aufenthalt ihrer Tochter, ihren eigenen Lebensunterhalt und ihre Gaben für die Altäre Denn zur Sorge für die Armen gehörte für sie auch die Sorge für sich selbst -in Armut. Das Wissen um "Lisbeths Pfad" ist in unseren Dörfern jung geblieben und ihr Name liebevoll gewandelt in der Namensgebung der Töchter in allen Generationen seitdem geehrt worden - das haben die wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Dr. Siegfried Becker gezeigt, wie im Jahrbuch 2007 des Landkreises MR-BID nachzulesen und auf kalligrafischen Bildern von Irmgard Bott in der "verlassenen" Altenverser Kirche anzuschauen ist. Die Bilder umgeben dort die hohe Bronzestatue Elisabeths, 1934 von Karl Lehmann geschaffen - als sei sie für diese Kirche gemacht. Sie gehört aber der Elisabethschule Marburg, die so freundlich war, sie für Elisabeths Jubiläum 2007 nach Altenvers auszuleihen.

Diese kleine Ausstellung in der verlassenen Kirche Altenvers, die vom Verein für Geschichte und Volkskunde Lohra sorgsam und sehr denkmaltreu renoviert wurde, ist Teil der großen Elisabethausstellung in der Papiermühle Kirchhain, An der Wohra 9, die der Arbeitskreis Dörfliche Kultur (ADK) in Zusammenarbeit mit dem Weltladen Marburg und der Elisabethschule Marburg dort ausrichtet. Sie ist dem Gedenken an Jakob Wagner, dem Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden des Vereins für Geschichte und Volkskunde Lohra e.V., gewidmet, der 1983 schon das Büchlein "Die heilige Elisabeth und der Elisabethpfad" veröffentlichte. 2007 wird es, überarbeitet und ergänzt, wieder neu erscheinen.

Deshalb laden die Veranstalter dieser kleinen Elisabethausstellung in der schönen Kirche Altenvers alle 'Pfadliebhaber' und Verehrer der Heiligen Elisabeth, "inserm Lisbeth", ein zur

Eröffnung in der letzten Karwoche, am

Dienstag, dem 3. April um 17 Uhr

Hufeisenkirche zu Altenvers mit Elisabeth-Statue

Die aus dem 8./9.Jh. stammende Kirche mit ihrer hufeisenförmigen (karolingischen) Apsis ist wohl die älteste nutzbare Kirche im Kreis Marburg/Biedenkopf. Sie will mit ihrer Erinnerung an Elisabeth auch auf die Bedeutung der verlassenen, von Bürgern geretteten Kirchen aufmerksam machen - allein in ihrem weiteren Umkreis können 12 solcher Kirchen besucht werden.

Besonders herzlich eingeladen nach Altenvers sind natürlich Schüler und Lehrer der Elisabethschule. Auf alle Mädchen unter ihnen, die Elisabeth heißen, wartet eine kleine Überraschung, - und sollten unter den Jungen auch Elias- oder Elieser-Namensträger sein, auch auf sie..

 

 
gez.: H.J.Wagner       gez.: Irmgard Bott