Unser Verein arbeitet besonders eng zusammen mit dem
Freundeskreis Alter Botanischer Garten Marburg e. V.
(Am Lorch 21, 35041 Marburg)



Führungen im Alten Botanischen Garten am Pilgrimstein in 35037 Marburg.

Seit 2001 finden Führungen nur nach telefonischer Voranfrage statt: 06421/15679 (Irmgard Bott). Treffpunkt ist vor der Gärtnerei zwischen Mühlgraben und Musikhaus.
Der nächstgelegene Eingang befindet sich in der Johannes-Müller-Straße, wo eine kleine Holzbrücke über den Mühlgraben führt. (Siehe Abbildung weiter unten)

Beginn der Führung mit Kaffee oder Tee bei Büchern, Plänen, Fotos, Jungpflanzen..., die zugunsten des Gartendenkmals erworben werden können.

Die Führungen zeigen auch die bis jetzt gewählten Patenbäume, den Schaukasten vor dem Institut für Pharmazeutische Biologie mit seinen interessanten Sammlungen und den Arznei-Kräutergarten.


ABG-Gartenplan von Horst Becker

Alter Botanischer Garten Marburg

Foto: Konstanze Huckriede


Baumfreunde in Marburg (30.10. 2004)

Zur Fällung der Geschlitztblättrigen Buche im Alten Botanischen Garten und zum Schicksal der Vilmar-Linde bei der Alten Universität

Viele Baumfreunde arbeiten seit 1993 in den beiden Vereinen Arbeitskreis Dörfliche Kultur und Freundeskreis Alter Botanischer Garten intensiv zusammen, wie man auch in den beiden homepages www.adk-verein.de und www.parkpflegewerk.de nachlesen kann.
Sie tun das mit viel Aufwand und Geldaufbringung besonders für die Bäume im Gartendenkmal Alter Botanischer Garten, aber auch für andere Bäume wie z.B. die Vilmar-Linde vor der Alten Universität, immer bemüht um faire Gespräche mit den jeweiligen Eigentümern. Jedoch fand ihre "Öffentlichkeitsarbeit" kaum Gehör bei Presse, Rundfunk und Fernsehen, warum wohl? 2002 konnten die Baumfreunde die Fällung der denkmalbestimmenden seltenen Geschlitztblättrigen Buche im Alten Botanischen Garten verhindern, mußten jedoch den Kompromiß ihrer Kappung um sieben Meter hinnehmen und auch die geforderten jährlichen Standfestigkeitsprüfungen durch den Baumsachverständigen Dr. Bürger bezahlen. Er arbeitet leider mit der unter Fachleuten umstrittenen "Zugmethode". Bei dem letzten "Zug" hat's den Baum zerrissen, seine Fällung war unumgänglich. Aber natürlich, wer vermag sich unter einen Fachleute-Methoden-Streit zu mischen? Es gibt kaum wissenschaftlich ausgereifte Methoden für die Zustandsprüfung, Frau Dr. Helge Breloer, Gegnerin der so oft geübten Kürzungen oder Kappungen, stellt in ihren Fachbüchern die Nachteile aller "Gerätemedizin" für Bäume dar und befaßt sich mit den rechtlichen Problemen, die für Fällungswünsche gern herangezogen werden, um andere Ziele zu erreichen. So auch im Gartendenkmal Alter Botanischer Garten, der ja Campus-Gelände der Universität werden soll und dann von zwei breiten Wegen durchschnitten sein würde - die Hälfte der Planungsgelder dafür hat das Land schon zur Verfügung gestellt. Da stehen alte Bäume echt im Weg, um deren Leben man fürchten muß.
Schön, es seien Nachkömmlinge der einmaligen Geschlitztblättrigen gezogen worden, die man nun in Marburg pflanzen könnte! Nur vergaß man zu sagen, daß das erst in 10-15 Jahren der Fall sein kann, denn die Universität hat erst unter Druck der "Baumfreunde" nach der verhinderten Fällung 2002 begonnen, baumeigene Nachkömmlinge zu ziehen - sie brauchen noch Zeit bis zur Umpflanzung. Sicher könnten sie dann in Marburg auch irgendwo gepflanzt werden. Die Pflege eines Gartendenkmals, dessen notwendiges Parkpflegewerk von den beiden Vereinen erstellt, bezahlt und an alle Uni- und Fachbibliotheken in Deutschland gegeben wurde, verlangt aber natürlich die Pflanzung eines eigenen Nachkömmlings an historischer Stelle. Und das ist auch trotz aller Bedenken möglich, wie man von anderen Gartendenkmälern lernen kann. Im Grunde sollte man alte Bäume leben lassen bis zu ihrem eigenen Lebensende. Die Rechtsprechung muß sich dahingehend weiterentwickeln. Spaziergänger und auch Eilige können das respektierend lernen. Denn: wie die Berichte über unsere leidenden Wälder zeigen, haben es junge Baumpflanzungen schwer, viele gehen ein, auch in Marburg. Bäume werden zukünftig nicht mehr alt, weil wir für Luft- und Wasserverschmutzung sorgen.
Die beiden Vereine fordern schon seit vielen Jahren, an der Universität ein Fach für Gartendenkmalpflege und Alterswissenschaft für Bäume einzurichten. Die Universität verfügt nicht einmal über gründlich ausgebildete Baumpfleger. Auch auf der Entscheidungsebene gibt es keine Fachleute. Wie steht es damit bei den Genehmigungsbehörden?
Theologen ziehen es vor, "bis in den Hörsaal" fahren zu können. Ihre Baumpflege für die wichtige Vilmar-Linde, Philippslinde genannt, besteht in Umfassung des Baumes mit Beton. Den kleinen Betonparkplatz für Wenige dort aufzugeben im Interesse eines Baumes, dessen Leben dadurch bedroht wird, bedeute Behinderung der Lehre - wie einige Angehörige im Fachbereich Theologie meinen. Stellen sie tatsächlich dort die Mehrheit?
Es bleibt zu hoffen, daß die menschliche Verantwortung für die Schöpfung immer noch lebt, auch in Marburg, auch in der Universität. Möge der Präsident der Philippsuniversität eine glückliche Hand haben beim weiteren Umgang mit den angesprochenen Problemen.
"Baumfreunde" aus Marburg und anderswoher können sich treffen am "Bäume-Stammtisch" beider Vereine jeden ersten Mittwoch im Monat ab 18:30 Uhr im Kalimera bei der Mensa.
Nächstes Treffen: Mi.3.11.2004

Für den ADK gez.: E. Schlechter
Für den FABG gez.: B. Kaufmann


zurück zur Inhaltsübersicht